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Anton Korobov siegt am Spitzenbrett

Drei Runden vor Schluss ist völllig offen, wer das GRENKE Chess Open gewinnt. Anton Korobov besiegte am Spitzenbrett den bis dahin führenden Alexander Indjic und gehört nach der sechsten Runde zur Gruppe der sieben Spieler mit 5,5 Punkten. Erfreulich aus deutscher Sicht ist die Tatsache, dass mit Daniel Fridman und Andreas Heimann zwei Spieler mit im Rennen um Platz eins sind.


Anton Korobov (links) siegte gegen Alexander Indjic

Anton Korobov gehört zu den Großmeistern, die anscheinend jede Partie ausspielen. Zumindest gehört er zu den wenigen Spielern, die sich bislang nicht mit einem schnellen Remis begnügten. Das zahlte sich in der sechsten Runde aus, denn dem ukrainischen Großmeister gelang mit dem Sieg mit den schwarzen Figuren gegen Alexander Indjic ein Big Point. Damit ist er ein ganz heißer Kandidat auf den Turniersieg, denn er wird wahrscheinlich noch zwei Mal mit Weiß spielen dürfen - normalerweise ein Vorteil, der sogennante Anzugsvorteil, im Schach.

Gegen Indjic wählte Korobov die Sizilianische Verteidigung. Nach der Eröffnung war die Stellung ausgeglichen, doch nach und nach übernahm der bullige Mann aus Kemerovo am Königsflügel die Initiative. Nach seinem Sprigermanöver im 24. Zug nach f4 standen die Zeichen klar auf Sieg, den er sich auch nicht mehr nehmen ließ.

Zu den Spielern mit 5,5 Punkten gehören auch die zwei nominell besten Deutschen Daniel Fridman und Andreas Heimann. Fridman setzte sich gegen den griechischen Großmeister Antonios Pavlidis in einer dieser typischen Königsindisch-Partien durch, in denen Weiß am Damen- und Schwarz am Königsflügel angreift.


Bei Pavlidis und Fridman zeichnet sich schon die typische Mittelspiel-Struktur einer Königsindisch-Partie ab

Heimann siegte ebenfalls mit den weißen Figuren gegen den internationalen Meister Kalyan Arjun aus Indien. Der Spieler der SF Deizisau opferte eine Qualität für zwei Bauern und ließ seine Soldaten unaufhaltsam zur gegnerischen Grundreihe laufen.

Zu den Spielern mit 5,5 Punkten gehören außerdem die Großmeister Jorden van Foreest (Niederlande), Aleksey Goganov, Alexey Sarana (beide Russland) und Samwel Ter-Sahakyan (Armenien).

Bei den Frauen verpasste Yuliya Shvayger einen Big Point. Gegen den jungen Internationalen Meister Luis Engel stand die Israelin mit einer Qualität und einem Bauern mehr glatt auf Gewinn, verrechnete sich aber in Zeitnot und musste sogar den ganzen Punkt abgeben. An der Spitze dieser Wertung tat sich aber nicht viel, da mit Antonia Ziegenfuss und Anna-Maja Kazarian zwei der Verfolgerinnen verloren und die zwei anderen, Vera Nebolsina und Karina Ambartsumova, gegeneinader spielten und sich remis trennten.


Vera Nebolsina und Karina Ambartsumova teilten den Punkt

In der Wertung der Spieler unter 2350 bis 2201 spielt Anthony Petkidis weiterhin ein sehr starkes Turnier. Der Spieler von HSK Lister Turm holte einen weiteren halben Punkt gegen einen Titelträger, Max Warderdam, und liegt mit einer Leistung rund um 2600 Punkte weit über Erwartung.


Petkidis liegt voll auf Normkurs, vielleicht wird es am Ende sogar eine GM-Norm

Bei den Senioren gibt Ventzislav Inkiov bislang den Ton an. Der bulgarische Großmeister hat 4,5 Punkte gesammelt und führt diese Wertung alleine an.


Ventzislav Inkiov spielte in der sechsten Runde remis gegen Tamasz Banusz

Alle Ergebnisse der fünften Runde finden sie unter diesem Link.

Die Paarungen der siebten Runde lauten wie folgt:

  3 Korobov, Anton 12 Heimann, Andreas   -  
2 7 Sarana, Alexey 20 Ter-Sahakyan, Samvel   -  
3 23 Van Foreest, Jorden 8 Fridman, Daniel   -  
4 6 Chigaev, Maksim 30 Goganov, Aleksey   -  
5 9 Sethuraman, S.P. 47 Basso, Pier Luigi   -  
6 58 Engel, Luis 10 Predojevic, Borki   -  
7 11 Esipenko, Andrey 51 Studer, Noel   -  
8 15 Tabatabaei, M.amin 55 Malakhatko, Vadim   -  
9 17 Bluebaum, Matthias 57 Baldauf, Marco   -  
10 45 Dann, Matthias 18 Svane, Rasmus   -


Das Videoteam des GRENKE Chess Open dreht täglich zahlreiche Videos. Die Interviews und Impressionen zum Geschehen in Karlsruhe können Sie im YouTube-Kanal GRENKE Chess sichten. 


Text und Fotos: Georgios Souleidis